Braut in den 1960er Jahren im ursprünglichen Hochzeitskleid
Die Mutter der Braut an ihrem Hochzeitstag, im Kleid, das Jahrzehnte später neu entstehen sollte.

Manche Kleider trägt man einmal und legt sie dann für immer beiseite. Andere warten. Sie hängen jahrzehntelang im Schrank, sorgfältig verpackt, und tragen die Erinnerung an einen Tag, der eine Familie geprägt hat. Von einem solchen Kleid handelt diese Geschichte.

Eines Tages erreichte uns der Anruf einer Kundin, die dem Thema Hochzeit seit vielen Jahren beruflich verbunden ist und in dieser Zeit Hunderte Bräute auf ihrem Weg begleitet hat. Eine Frau also, die genau weiß, was ein besonderes Kleid ausmacht. Nun stand ihr eigener großer Tag bevor. Und sie kam mit einer besonderen Bitte und einem besonderen Stück: dem Hochzeitskleid ihrer Mutter.

Ihr Wunsch war so schön wie herausfordernd. Sie wollte dieses Kleid nicht ersetzen, sondern weitertragen. Aufgearbeitet, behutsam verwandelt, ihr auf den Leib gearbeitet, und doch verbunden mit dem Stück, das ihre Mutter einst zum Altar getragen hatte.

Vom Erbstück zum Entwurf

Skizze, Maßblatt und Schnittteile
Aus Skizze und Schnittteilen entsteht ein neuer Entwurf.
Erste Anprobe am Nessel-Modell
Die erste Anprobe am Nessel-Modell.

Am Anfang stand ein Gespräch, dann eine Skizze und ein Maßblatt. Aus dem vorhandenen Kleid entstand ein völlig neuer Schnitt. Wie bei jedem Unikat prüften wir die Passform zunächst an einer Nessel-Anprobe, einem schlichten Baumwollmodell, an dem jede Naht und jeder Millimeter sitzt, bevor der kostbare Stoff berührt wird. Erst wenn dieses Modell perfekt fällt, beginnt die eigentliche Arbeit.

 

Wochen der Handarbeit

Florale Applikationen in Türkis und Petrol
Jede Blüte von Hand gesetzt.
Handnäharbeit am Kleid
Stich für Stich an die Figur gearbeitet.

Das Herz des Kleides sind die floralen Applikationen in Türkis und Petrol, jede einzelne von Hand gesetzt und gestickt, dazu leichte Chiffon-Godets, die dem Rock beim Gehen Bewegung und Farbe geben. Neue Stoffe, alte Substanz. In mehreren Anproben wuchs das Kleid an die Figur der Braut, Stich für Stich, bis aus einem Erbstück ihr Unikat geworden war.

Blaue Chiffon-Godets
Chiffon-Godets bringen Bewegung in den Rock.

Den gesamten Entstehungsprozess haben wir mit Fotos dokumentiert. Zur Abholung übergaben wir die Bilder auf einem gebrandeten USB-Stick, in einer magentafarbenen Klappschachtel mit unserem Logo. Denn ein Stück wie dieses verdient nicht nur eine schöne Fertigung, sondern auch eine schöne Erinnerung daran, wie es entstanden ist.

 

Der große Tag

Dann war es soweit. Das Kleid, das einst die Mutter zu ihrer Hochzeit trug, begleitete nun ihre Tochter an deren eigenem großen Tag. Und es kam noch ein schöner Kreis hinzu: An der Seite der Braut stand ihre eigene Tochter, in einem Kleid, das ebenfalls in unserem Atelier entstanden ist. Drei Generationen, verbunden durch ein Kleid und ein Atelier.

Braut im fertigen Kleid an ihrem Hochzeitstag
Am großen Tag: das Kleid der Mutter, neu getragen.
Mutter und Tochter, beide in Kleidern aus unserem Atelier
Mutter und Tochter, beide in Kleidern aus unserem Atelier.

Mode, die bleibt

Genau darum geht es uns. Ein Kleid nach Maß ist kein Trend, der vergeht, sondern Garderobe, die bleibt, über Anlässe und manchmal über Generationen hinweg. Dass ein Familienerbstück auf diese Weise ein zweites Mal zum Altar getragen werden durfte, ist für uns die schönste Form dieses Gedankens.


Sie tragen eine ähnliche Idee mit sich? Ob Neuanfertigung oder die behutsame Verwandlung eines Stücks, das Ihnen viel bedeutet: Am schönsten beginnt das in einem Gespräch. Vereinbaren Sie einen Beratungstermin in unserem Meisteratelier im Frankfurter Westend.

 

Wenn Sie ein anderes Kleidungsstück mit besonderer Geschichte besitzen, etwa das Brautkleid der eigenen Mutter oder Großmutter, lesen Sie auch, wie wir ein solches Erbstück in ein neues, tragbares Kleidungsstück verwandeln: Das Brautkleid der (Groß-)Mutter, umgearbeitet.

Silke Scholz · Braut · Abend · Couture · Frankfurt am Main · silkescholz.de

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